Modul 6 – Survival-Kit für die Safari durch den Uni-Dschungel

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Modul 6 – Survival-Kit für die Safari durch den Uni-Dschungel 2017-09-28T10:30:29+00:00

Kommunikationsstile

Unileben und Studienalltag in Deutschland und Frankreich

Struktur, Aufbau, Geschichte und Organisation der Universitäten sowie die damit verbundenen Aspekte unterscheiden sich in Deutschland und Frankreich voneinander. Diese Unterschiede können, wie Sie in den vorangegangenen Modulen gelernt haben, den Studienverlauf beinträchtigen, sofern sie nicht erkannt werden und kein adäquater Umgang mit ihnen erfolgt. Aber auch der ganz normale Studienalltag im fremden Land beeinflusst den Verlauf eines Auslandsaufenthaltes und ist manchmal Mitursache für einen Kulturschock.

Um diesen zu vermeiden und sich möglichst optimal auf den Auslandsaufenthalt vorzubereiten, haben Sie im letzten Modul die Möglichkeit, sich mit dem Studienalltag in Deutschland und Frankreich sowie der interkulturellen Kommunikation und Zusammenarbeit im Studium auseinanderzusetzen.

Nach dem Absolvieren von Modul 6 können Sie

  • unterschiedliche Kommunikationsstile an Hochschulen in Deutschland und Frankreich
    identifizieren und adäquat in den fremdkulturellen Kontext einordnen,

  • das spezifische Verhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden in Deutschland und Frankreich benennen und erklären,

  • wichtige Institutionen und Einrichtungen identifizieren, die im Studienalltag eine Rolle spielen und die bei der Organisation von Studium und Alltag Unterstützung bieten,

  • Möglichkeiten der Mitbestimmung von Studierenden in Deutschland und Frankreich beschreiben und gegenüberstellen,

  • wichtige praktische Aspekte aus den Bereichen Freizeit, Finanzen, Wohnung etc. nennen und sich
    mit diesen Kenntnissen effizient auf einen Studienaufenthalt im anderen Land vorbereiten.

Kommunikation an der Uni

Der Kulturschock

Ein Aufenthalt im Ausland besteht trotz aller positiven Aspekte nicht immer nur aus erfreulichen Erfahrungen. Tatsächlich ist es so, dass nach der Euphorie zu Beginn des Aufenthaltes mit der allmählichen Integration in den fremdkulturellen Alltag auch die Frustrationsschwelle sinkt und die fremde Kultur zu einem bestimmten Zeitpunkt sogar ganz abgelehnt werden kann (Kulturschock). Erst dann erfolgt eine Art kulturelle „Gewöhnung“, bei der Vorund Nachteile der bis dato fremden Kultur gleichermaßen wahrgenommen werden.
Das Erleben eines Kulturschocks in dieser Form ist nicht ungewöhnlich und lässt sich nachweislich bei vielen Studierenden beobachten, die sich im Rahmen eines Auslandsstudiums für längere Zeit in einer fremden Kultur aufhalten.
Zeitlich fällt der Kulturschock meist mit der Weihnachtszeit zusammen, da das Universitätsjahr meist im September/Oktober beginnt. So ist bis zur Weihnachtszeit ein gewisser Alltag eingekehrt, der die anfängliche Euphorie des Neuen zurückdrängt und meist Unverständlichkeit und Frustration gegenüber der fremden Kultur auslöst. Der Kulturschock lässt sich also ungefähr voraussagen und folgt bei vielen Menschen einem ähnlichen Muster.

Kommunikationsverhalten als interkulturelle Herausforderung

Eine Ursache für diese temporäre Ablehnung der fremden Kultur ist die zunehmende Wahrnehmung von Unterschieden zwischen Heim- und Zielkultur, insbesondere was die unterschiedlichen Verhaltensregeln betrifft.
Ein Teil dieser Regeln bezieht sich auf den jeweils vorherrschenden Kommunikationsstil. Im Studienalltag hat dies sowohl Auswirkungen auf die Kommunikation zwischen Studierenden und Dozent_innen als auch auf die Kommunikation zwischen den Studierenden untereinander.
Anders ausgedrückt hat das auf fremdkulturelle Kontexte angewandte eigenkulturelle Kommunikationsverhalten gleichermaßen Einfluss auf Situationen inner- und außerhalb von Lehrveranstaltungen an der Hochschule. Dies kann mitunter Unsicherheit und Fehlverhalten bis Frustration bei den Kommunikationsteilnehmer_innen erzeugen.

Der nun folgende Animationsfilm soll genau solche Situationen aufzeigen und Unsicherheiten reduzieren, indem er Sie auf klassische Kommunikationssituationen an der Hochschule vorbereitet, die in Deutschland und Frankreich unterschiedlich ablaufen.

Cartoon anschauen

Aufgabe

Deutscher und französischer Unialltag

Der Film zeigt verschiedene Kommunikationssituationen, die zu Missverständnissen geführt haben. Haben Sie verstanden, weshalb?

Hier der Test:

Frage 1

Zur Situation in der französischen Vorlesung: Der deutsche Student fällt schon auf, bevor er überhaupt etwas sagt. Warum?

a) Er kommt mit dem Redefluss des Professors nicht mit.
b) Er schreibt nicht so viel mit wie die französischen Studierenden.
c) Er sitzt nicht so ruhig da wie seine Kommiliton_innen.

Frage 2

Der deutsche Student berichtigt den französischen Professor, woraufhin dieser sehr ungehalten reagiert. Warum fällt der deutsche Student unangenehm auf?

a) Den Professor vor anderen Studierenden zu berichtigen gehört sich in Frankreich nicht.
b) Der deutsche Student stört mit seinem Verhalten die Vorlesung.
c) Französische Studierende dürfen sich in einer Vorlesung nicht zu Wort melden.

Frage 3

Der deutsche Student hat Schwierigkeiten, den Professor für ein persönliches Gespräch zu treffen. Worin liegen Unterschiede zwischen deutschen und französischen Sprechstunden?

a) Alle deutschen Dozierenden hängen Listen aus, in die man sich eintragen kann, wenn man in die Sprechstunde kommen möchte, in Frankreich ist dies nicht der Fall.
b) In Frankreich gibt es praktisch keine festgelegten Sprechstunden, sondern nur individuelle Terminvereinbarungen.
c) Die Hierarchie zwischen französischen Studierenden und Dozierenden ist so stark ausgeprägt, dass sie außerhalb der Lehrveranstaltungen kaum miteinander reden.

Unterschiedliche Kommunikationsarten

Kommunikation findet in ganz unterschiedlichen Formen statt. Worin sich der deutsche und der französische Kommunikationsstil unterscheiden und was sich hinter den unterschiedlichen Formen der Kommunikation zwischen Studierenden und Dozent_innen verbirgt, soll nun erläutert werden.

Tendenzen im französischen Kommunikationsstil

In Frankreich ist es häufig üblich, dass die Dozent_innen ihre Studierenden – zumindest während der Lehrveranstaltungen – mit Vornamen anreden und siezen („Lisa, qu’est-ce que vous en pensez?“). Diese Art der Anrede erscheint auf den ersten Blick vertraulich, sagt aber im Gespräch nichts über die Hierarchie zwischen dem/der Dozent_in und seinen/ihren Studierenden aus. Sie ist im französischen System so traditionell verankert, dass die Dozent_innen sich die Vertraulichkeit des Vornamens leisten können.
Die Kommunikation in Frankreich geht meistens vom/von der Dozent_in aus. Im direkten Vergleich zu Deutschland werden Meinungen in Gesprächen tendenziell weniger kontrovers diskutiert.

Häufig anzutreffende Kommunikationsformen in Deutschland

In Deutschland ist es dagegen üblich, dass sich Studierende und Dozent_innen gegenseitig mit ihrem Nachnamen anreden und siezen („Herr Weißmann, was meinen Sie dazu?“). Trotz dieser sehr formell erscheinenden Anrede sind die Gespräche in Veranstaltungen eher informeller Natur. Studierende und Dozent_innen diskutieren, tauschen Gedanken aus und ergänzen ihre jeweiligen Meinungen. Die Kommunikation findet im direkten Vergleich zu Frankreich auf Augenhöhe in beide Richtungen statt.

Anlaufstellen an der Universität

Studieren besteht aus weit mehr als nur aus Veranstaltungen und Klausuren. Es existieren auch zahlreiche Angebote und Einrichtungen, die das Studieren einfacher machen. Welche Anlaufstellen Ihnen dabei helfen, dass das Studium auch im Ausland Spaß macht und erfolgreich verläuft, soll im Folgenden erklärt werden.

Studierendenvertretung in Deutschland und Frankreich

Das nachfolgende Video ist ein Interview von zwei Studierendenvertretern in Deutschland und Frankreich. Schauen Sie sich das Interview aufmerksam an und achten Sie besonders auf die Unterschiede in Organisation und Struktur der Studierendenvertretung in den beiden Ländern.

Video anschauen

Aufgabe

Studierendenvertretung in Deutschland und Frankreich

Im vorangegangenen Video zur Studierendenvertretung in Deutschland und Frankreich kamen einige Aspekte der verschiedenen Strukturen, Arbeitsweisen und Ziele zur Sprache. Konnten Sie die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede der Studierendenvertretung in beiden Ländern herauslesen?

Hier der Test:

Frage 1

Der AStA ist…

a) … die Vertretung der Studierenden gegenüber der Universitätsleitung und der Landesregierung in Deutschland.
b) … vor allem für die Organisation studentischer Veranstaltungen zuständig, wie beispielsweise dem Campusfest und der Semestereröffnungsfete.
c) … ein studentischer Gewerkschaftsbund.

Frage 2

Die UNEF ist…

a) … ein zentrales Organ der Studierendenvertretung, welches Aktionen an den französischen Universitäten von Paris aus koordiniert.
b) … eine studentische Gewerkschaft, die innerhalb lokaler Komitees an verschiedenen französischen Universitäten allgemeinpolitisch agiert.
c) … ein Gremium der studentischen Selbstverwaltung, ähnlich den Fachschaftsräten in Deutschland.

Frage 3

Welche Aufgaben nehmen Clémence als Präsidentin der UNEF Lorraine und Lukas als AStA-Referent für Fachschaften der Universität des Saarlandes wahr?

a) Ähnlich wie der französische Staatspräsident hat auch die Präsidentin der UNEF Lorraine eine sehr große Entscheidungsmacht, während man als AStA-Referent für Fachschaften vor allem Fachschaftsparties organisiert.
b) Als Präsidentin der UNEF kümmert sich Clémence vor allem um die Organisation von Demonstrationen. Lukas stellt gemeinsam mit seiner Kollegin die Fachschaften der einzelnen Fachbereiche auf.

Frage 4

Wie setzt sich der AStA zusammen?

a) Einmal im Jahr wählen die Studierenden einer Universität aus Vertretern verschiedener Hochschulgruppen das Studierendenparlament, welches wiederum die Mitglieder des AStA bestimmt.
b) Die Studierenden wählen einmal in zwei Jahren die Mitglieder des AStA aus Vertretern von verschiedenen Hochschulgruppen.
c) Jede Hochschulgruppe einer Universität bestimmt einmal im Jahr ein Mitglied des AStA.

Frage 5

Wie ist die UNEF frankreichweit organisiert?

a) Der Sitz der UNEF ist in Paris. Für Demonstrationen an den verschiedenen Universitäten in Frankreich reisen die Mitglieder der UNEF von Paris zu den Demonstrationsorten.
b) Die UNEF ist in verschiedene lokale Gruppen unterteilt, sogenannte Assemblées Générales Étudiantes (AGE) , die an den verschiedenen Universitäten agieren.
c) Jede Universität hat ihre eigene UNEF, die unabhängig von den anderen handelt.

Studierendenvertretung

Einen wichtigen Teil des studentischen Lebens stellt die studentische Selbstverwaltung dar. Im Rahmen verschiedener Gremien und Institutionen haben die Studierenden die Möglichkeit, die Hochschulpolitik aktiv mitzugestalten und Einfluss auf die Studienbedingungen zu nehmen. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Institutionen.

Die Studierendenvertretung –ein Resümee

Deutschland – AStA
Funktion
Wahl
Engagement
Verbindung zu politischen Parteien
Organisation
Frankreich – syndicats étudiants
Funktion
Wahl
Engagement
Verbindung zu politischen Parteien
Organisation

N.B.:
Die syndicats étudiants lassen sich zwar, ähnlich den Hochschulgruppen an deutschen Universitäten, verschiedenen politischen Strömungen zuordnen und sind demnach – anders als der AStA – nicht die Vertretung der gesamten Studierendenschaft. Allerdings üben sie, wie der AStA, einen weitaus größeren Einfluss als die Hochschulgruppen auf das studentische Leben an französischen Unis aus.

Aufgabe:

Kais Weg durch das Studium in Deutschland und Frankreich

Im folgenden Text begleiten wir den deutschen Schüler Kai auf seinem Weg ins Studium. Er stößt dabei immer wieder auf Schwierigkeiten, auch bei seinem Studienaufenthalt in Frankreich.
Wer hilft ihm wann weiter? Welche Institutionen sind die richtigen Ansprechpartner für Kais Fragen und Probleme?
Setzen Sie bitte die passenden Begriffe in die Lücken ein!

Kai hat gerade sein Abitur gemacht. Jetzt möchte er so schnell wie möglich ein Studium beginnen. Er hat noch keine wirkliche Vorstellung von den einzelnen Fächern, weiß aber, dass er Französisch sehr gerne mag. Er vereinbart also zunächst einen Termin bei der , um dort konkrete Hilfe zu bekommen. Einige Wochen später hat Kai sich entschieden und an der Universität eingeschrieben. Seine Eltern können ihn nicht ausreichend finanziell unterstützen, deshalb darf die Miete für ein Zimmer in der neuen Stadt nicht zu teuer sein. Aus diesem Grund beantragt er beim einen Platz in einem günstigen Studentenwohnheim. Nachdem das erste Semester angefangen hat, entdeckt Kai seine Leidenschaft für die Hochschulpolitik, die er durch sein Engagement in der Studierendenvertretung, dem , umsetzt. Nach einiger Zeit schleicht sich immer mehr das Gefühl bei ihm ein, sein neues Leben tue ihm nicht wirklich gut: Außer seinem Schreibtisch, der Bibliothek und dem Computer sieht er nicht mehr viel von der Welt und auch den Bus hat er in letzter Zeit öfter verpasst, weil er erst in letzter Minute losging und dann im Sprint zu langsam war. Um diesen Zustand zu verändern, hilft es ihm, beim mitzumachen. Après deux premières années d’études passées en Allemagne, Kai commence à préparer son séjour en France. Il prend contact avec une institution française, le , qui l’aide à trouver une chambre sur le campus. Quelques mois plus tard, alors que son séjour commence, Kai apprend que le gouvernement français veut reformer le système universitaire et peut-être réduire les moyens financiers des universités. Très en colère, lui et ses camarades décident de protester et suivent les manifestations organisées par les . Kai passe ensuite Noël chez ses parents en Allemagne et il n’oublie pas de rapporter un certificat médical quand il revient en France. Pourquoi ? C’est qu’il pense avoir grossi du fait des repas de fin d’année : il a besoin d’exercice et il veut s’inscrire au . Le printemps arrive et Kai est toujours heureux de vivre en France. Il réfléchit à son avenir : il envisage éventuellement de faire une thèse de doctorat en cotutelle. Il se rend donc au pour y trouver des renseignements. L’année en France est passée si vite pour Kai ! Il est tombé amoureux d’une de ses camarades qui est prête à l’accompagner en Allemagne. Mais avant de repartir outre-Rhin, il décide de réaliser un stage pendant les vacances dans une organisation qui s’occupe de l’aide au développement dans les pays émergents. Pour pouvoir partir, il a besoin d’une vaccine contre la fièvre jaune. Il se rend par conséquent au en espérant qu’ils pourront le conseiller. Kai hat sein Jahr in Frankreich beendet und auch ein spannendes Praktikum hinter sich. Jetzt muss er dringend für die noch anstehenden Prüfungen lernen, aber in seiner neuen WG kommt er überhaupt nicht dazu, denn seine Mitbewohner machen viel zu viel Lärm und lenken ihn ab. Glücklicherweise findet er in der einen Platz, an dem er konzentriert arbeiten kann. Dank dieser neuen Strategie meistert Kai seine Prüfungen sehr gut und sein Studium kommt voran. Jedoch hat sich ein Problem, das sich immer wieder bei ihm bemerkbar machte, mit der Zeit verschlimmert: Er hat in den Phasen, in denen er sich auf Prüfungen vorbereiten muss, Schlafstörungen und kann nichts mehr essen. Besonders schlimm wird diese Prüfungsangst, wenn es sich um mündliche Prüfungen handelt. Seine Freundin rät ihm dringend, sich professionelle Hilfe in der zu holen. Einige Zeit später steht Kai kurz vor dem Abschluss seines Studiums und erinnert sich daran, dass er sich schon in Frankreich überlegt hatte, eine deutsch-französische Doktorarbeit zu verfassen. Diese Idee gefällt ihm immer noch sehr gut und er lässt sich einen Termin in der seines Professors geben, um sich näher darüber zu informieren. Drei Monate später hat Kai ein Stipendium für die Promotion bekommen. Er arbeitet zusätzlich im der Universität und kümmert sich mit den dortigen Mitarbeitern um neu angekommene ausländische Studierende.

Studentisches Leben – Freizeit

Ehe Sie mit der Bearbeitung des letzten Themas von Destin@tion UdS beginnen, möchten wir Sie bitten, sich den folgenden Film anzusehen. Es geht um einen wesentlichen Teil des studentischen Lebens: die Freizeitgestaltung.
Schauen Sie sich an, wie sich das Kommunikationsverhalten und die Reaktion auf äußere Einflüsse der deutschen und französischen Studierenden unterscheiden – und welche Schwierigkeiten sich auch im Bereich der Freizeitgestaltung im anderen Land ergeben können.

Video anschauen

Aufgabe

Interkulturelle Interaktionssituationen

Der Film zeigt die ersten Tage der beiden französischen Austauschstudierenden Stéphanie und Isaac in Frankfurt. Dabei erleben sie verschiedene interkulturelle Kommunikations- und Interaktionssituationen, die immer wieder zu Missverständnissen geführt haben. Haben Sie verstanden, weshalb?

Hier der Test:

Frage 1

Schon bei der Begrüßung von Stéphanie und Herta kommt es zu einer unangenehmen Situation, wieso?

a) Herta schreckt zurück, weil Stéphanie sie mit Wangenkuss begrüßen möchte, obwohl sie sich noch gar nicht kennen.
b) Herta fühlt sich bedrängt, da sie Stéphanie und Isaac ja noch gar nicht kennt.
c) Herta findet Stéphanie unsympathisch.

Frage 2

Während ihres ersten Kurses an einer deutschen Universität ist Stéphanie sichtlich irritiert. Was löst ihre Verwirrung aus?

a) Stéphanie ist erstaunt, da die deutschen Studierenden dem Kurs anscheinend nicht folgen.
b) Stéphanie ist darüber verwundert, dass der Dozent die Studierenden nicht dazu auffordert, mit dem Essen bis zur Pause zu warten.
c) Stéphanie ist von der mangelnden Disziplin der deutschen Studierenden irritiert.

Frage 3

Am Abend ihres ersten Tages in Deutschland sind Stéphanie und Isaac auf einer WG-Party eingeladen. Als Isaac eintritt, starren ihn alle Gäste an. Was hat diese Reaktion ausgelöst?

a) Isaac betritt die Wohnung mit Schuhen, in Deutschland ist dies jedoch eher unüblich.
b) Isaac hat kein Getränk mitgebracht, das er der Party beisteuern könnte.
c) Isaacs Schuhe sind sehr dreckig und verschmutzen den Boden der Wohnung.

Freizeit und Alltagsleben im Auslandsstudium

Sie haben gerade gesehen, dass Interkulturalität nicht auf dem Campus endet und dass sich auch in der Freizeit genügend Situationen ergeben können, in denen es zu interkulturellen Missverständnissen und Fremderfahrungen kommen kann.
Damit Sie sich im Ausland auch außerhalb der Hochschule zurecht finden, haben wir Ihnen im Folgenden einige Tipps zu den Themen Wohnen, Finanzen und Arbeit sowie Sport, Kultur und Reisen zusammengestellt. Klicken Sie nun auf die nachfolgenden Begriffe, um einige Aspekte des alltäglichen Lebens und der Freizeitgestaltung in Deutschland und Frankreich kennen zu lernen.

Überleben im Uni-Dschungel

In diesem letzten Modul haben Sie den Studienalltag an deutschen und französischen Universitäten kennengelernt. Sie haben wichtige Details über Anlaufstellen und Institutionen der deutschen und französischen Hochschulen gelernt sowie einige praktische Tipps für Alltagsprobleme und Freizeitgestaltung erhalten.

Nach der Bearbeitung von Modul 6 können Sie nun:

  • unterschiedliche Kommunikationsstile an Hochschulen in Deutschland und Frankreich identifizieren und adäquat in den fremdkulturellen Kontext einordnen,

  • das jeweils spezifische Verhältnis zwischen Studierenden und Dozenten_innen in Deutschland und Frankreich benennen und erklären,

  • wichtige Institutionen und Einrichtungen identifizieren, die im Studienalltag eine Rolle spielen und die bei der Organisation von Studium und Alltag Unterstützung bieten,

  • Möglichkeiten der Mitbestimmung von Studierenden in Deutschland und Frankreich beschreiben und gegenüberstellen,

  • wichtige praktische Aspekte aus den Bereichen Freizeit, Finanzen, Wohnung etc. nennen und sich mit diesen Kenntnissen effizient auf einen Studienaufenthalt im anderen Land vorbereiten.

Kursabschluss

Bravo, Sie haben es fast geschafft! Im Anschluss können Sie ein letztes Mal Ihr neu erlerntes Wissen über die deutsche und die französische Hochschullandschaft überprüfen und festigen, sodass Sie für kommende interkulturelle Begegnungen gut vorbereitet sind.

Lückentext

Studieren in Frankreich – Ein Resümee

Im akademischen Jahr 2016/17 waren 1 623 500 Studierende in Frankreich an einer Universität eingeschrieben1. 86 000 Studierende begannen das Studium jedoch im Rahmen einer classe mit dem Ziel im Anschluss an eine école zu wechseln2.

Die Abkürzung CM bedeutet , es handelt sich um einen Kurs, in welchem der jeweilige Professor einen Vortrag hält, eine Art Konferenz, die in der Regel nicht von den Studierenden unterbrochen werden soll. Diese haben die Möglichkeit, im Rahmen der sogenannten dirigés, kurz T , Fragen zu stellen.

In den Fächern, in denen in Klausuren gerne Fragen zum Stoff der französischen Lehrveranstaltung, dem , gestellt werden, ist die Fähigkeit, auswendig lernen zu können, sehr wichtig: die Studierenden sollen unter Beweis stellen, dass sie in der Lage sind, eine bestimmte und genau umrissene Stoffmenge des entsprechenden Wissensgebietes zu verinnerlichen. Es existieren auch typisch französische Prüfungsformen bzw. Übungen wie z.B. der commentaire de oder die , die präzisen rhetorischen Regeln folgen und bereits im lycée unterrichtet werden.

Im Unterschied zu Deutschland werden eigentliche Recherchearbeiten zum ersten Mal im vierten Studienjahr, während des Masters, durchgeführt. Studierende müssen dann ein sogenanntes einreichen, das sie dann unter Anwesenheit mindestens einer Lehrperson im Rahmen einer vorstellen müssen.

Wenn ein Student die Note 10 oder besser erhält, sagt man, er hat die erreicht und somit den Kurs und die Klausur bestanden.

Viele der Lehrkräfte an einer französischen Universität sind Inhaber eines Amtes, das heißt, sie wurden vom Staat verbeamtet; dies ist der Fall für und .

Die Studierenden haben die Möglichkeit, im „resto U“ zu essen, sie können in der U wohnen, welche vom CROUS geleitet und verwaltet wird, das französische Äquivalent zum deutschen Studentenwerk. Wenn ein_e Student_in sich lieber mit anderen Studierenden eine Wohnung teilt, nennt sich das . Dieses Wohnungsverhältnis erlaubt es den Studierenden eine finanzielle Hilfe, eine sogenannte , vom Staat zu erhalten.

Quellen:

1 « Toujours plus d‘étudiants à l’université ». Dans : Le Monde. 30/05/2017,
http://www.lemonde.fr/campus/article/2017/05/30/toujours-plus-d-etudiants-a-l-universite_5135923_4401467.html

[Stand: 31.07.2017].

2 « Classes prépa : le nombre d’élèves continue d’augmenter ». Dans : Le Monde. 20/05/2016,
http://www.lemonde.fr/campus/article/2016/05/20/le-nombre-d-eleves-des-classes-prepa-a-augmente_4923317_4401467.html
[Stand: 31.07.2017].

Lückentext

Studieren in Deutschland– Ein Resümee

In Deutschland gibt es im Studienjahr 2016/2017 insgesamt 2 803 916 Studierende an den deutschen Hochschulen. Die meisten Studierenden (1 745 088 Studierende) findet man an den deutschen . Allerdings ist diese Studierendengruppe dicht gefolgt von denen, die sich für ein Studium an einer entschieden haben (956 928 Studierende).1

Die Abkürzung VL bedeutet , es handelt sich hierbei um eine Lehrveranstaltung, in welcher Wissen traditionell durch den/die Professor_in, welche_r den Studierenden einen vorformulierten Text vorliest, vermittelt wird. Allerdings wird diese Form der Lehrveranstaltung heute auch je nach Fach häufig frei gehalten. Das in einer VL erworbene Wissen wird anschließend in einer und/oder einem vertieft.

Meist am Ende des Semesters finden an deutschen Hochschulen die Klausuren statt. Abgefragt wird vor allem , es gibt aber häufig auch , bei denen die Studierenden im Seminar Gelerntes auf eine andere, vergleichbare Problemsituation übertragen müssen. Eine im deutschen Hochschulsystem typische Prüfungsform ist die , welche anstelle von Klausuren für manche Lehrveranstaltungen als Leistungsnachweis zählt. Der Grundgedanke ist, dass die Studierenden lernen sollen, eine eigene Fragestellung zu einem bestimmten Thema zu untersuchen. Essentiell bei der Vorbereitung einer solchen Arbeit sind die , z.B. in der Bibliothek oder online, sowie die Betreuung durch Dozierende. In der können die Studierenden mit Fragen zu ihrer Arbeitsweise den/die zuständige_n Dozent_in aufsuchen.

Bezüglich der Bewertung, gibt es an deutschen Hochschulen verschiedene . Allgemein gilt jedoch, eine Prüfungsleistung ist bestanden, wenn die Note sich im Rahmen von bis bewegt.

Was die Verpflegung angeht, haben die Studierenden die Möglichkeit, in der zu essen. Wohnen können Sie in einem , welche von privaten Anbietern oder dem , dem deutschen Äquivalent des CROUS, zur Verfügung gestellt werden. Alternativ leben in Deutschland sehr viele Studierende in , kurz , in denen sich mehrere Studierende eine Wohnung teilen – ein System, welches in Frankreich nicht so weit verbreitet ist wie in Deutschland.

Verabschiedung

Der Kurs Destin@tion UdS – Wegweiser durch den Uni-Dschungel in Deutschland und Frankreich liegt nun hinter Ihnen. Sie haben viel über die verschiedensten Aspekte des Unialltags in den beiden Ländern gelernt und Ihr Wissen dank praktischer Übungen unter Beweis gestellt. Testen Sie nur Ihr theoretisches Wissen in der Praxis und genießen Sie Ihren ganz persönlichen Weg durch den Uni-Dschungel in Deutschland und Frankreich. Viel Spaß, Erfolg und eine gute Reise!